Die vierzig Geheimnisse der Liebe

An dieses Buch erinnerte ich mich als ich Nityas Beitrag las:

https://satyamnitya.wordpress.com/2019/04/03/schems-ed-din-und-mewlana-eine-grosse-liebe/

Aber noch etwas anderes, unfassbar Tiefes berührte mich in diesem Beitrag auf eine Weise, wie ich es vom Lesen des Buches „Bevor ich war bin ich“ von Nisargadatta kenne.
Da bleiben Worte nicht mehr Worte, sondern ein inneres Leuchten ruft – jetzt dringt es  endlich zu mir durch !!! – und es ist nicht dieser Intellekt betroffen, der versteht, sondern das, was wir gern umschreibend mit „man sieht nur mit dem Herzen gut“ verklären. Aber wie soll man es sonst ausdrücken, was gemeint ist? Vielleicht gibt es ein Verstehen der Seele oder des entwirrten Geistes, der in jenem Moment hervorbricht und seinen Platz als einziger, wahrhaftiger Erkenner einnimmt?!
Wenngleich einer solchen Klarheit die totale Verwirrung vorausgehen kann.
Als ich nämlich folgendes las:

„Im Lande Rūm ist ein vom Feuer der Liebe Ergriffener;

da schaltete mein Verstand sofort auf Romantik und las auf diese romantische Weise weiter…….

du mußt hingehen und diese Glut zur hellen Flamme anschüren.“

und mein innerer Kommentator sagte mir, ach du scheisse, da ist schon einer volle Kanne verliebt und nun soll er noch tiefer in dieses furchtbare Verirrtsein gestoßen werden, die arme Sau, warum postet Nitya so einen Text, ich kenne doch das Buch  – die vierzig Geheimnissse der Liebe  – von Elif Shafak und da beschreibt sie doch das Verhältnis zwischen den beiden Männern auf eine ganz unromantische Weise, eher grauenvoll fand ich das beim Lesen damals.
Solche inneren Kommentare spielen sich ja in Millisekunden ab, zwischen dem Lesen einer und der nächsten Zeile, wenn man aufmerksam seinem inneren Quatschkopf zuschaut 😉

Und dann las ich weiter:

Seine Ahnung sagte ihm alsbald, dass dies der Gegenstand seiner Wünsche und seiner Sehnsucht sei

Also Moment mal, da reitet ein Gelehrter, der noch dazu verliebt ist und dessen Feuer noch weiter geschürt werden soll auf einem Maultier umgeben von anderen wirren Geistern, die ihn anhimmeln und der Besucher nennt diesen armen Verwirrten einen Gegenstand seiner Wünsche und Sehnsucht ? Kein Wunder, dass er dem armen Rumi so zugesetzt hat, wie das in dem Roman beschrieben wird, ich fand das damals unmöglich, wie der Schams den armen Rumi fertig gemacht hat und wie Rumi diesem Spinner auch noch gefolgt ist, seine ganze Würde und sein ganzes Ansehen verlor und auch das Verständnis seiner Freunde und Familienmitglieder einbüßte, weil da so ein Dahergelaufener besser weiß, was für Rumi richtig ist. Und das nennen die dann auch noch Geheimnisse der Liebe.

Aber dann lese ich den Text von Nitya weiter:

„Was ist der Zweck dieser Anstrengung und Entsagung, dieser immer erneuten Beschäftigung mit dem positiven Wissen und dieses Fleißes?“ – „Der Zweck meines Strebens“, antwortete Mewlānā, „ist der Wandel, wie ihn die Überlieferung, die Sittenlehre, der Orden und das göttliche Gesetz vorschreibt.“ – „Alles dies“, entgegnete Tebrizi, „ist nur die Oberfläche.“ – „Aber was ist unter derselben?“ fragte Mewlānā. – „Nur das vollkommene Einswerden mit dem Gewussten“, erwiderte Schems, „heiße ich Wissen.“ Dabei führte er im folgenden Vers des Senāji an:

Nur wenn dein Wissen von dir selber dich befreit,
Nenn‘ ich das Wissen besser als Unwissenheit.

Da kieckste und staunst, weil da ganz klar steht, worum es auch in diesem Roman ging, aber ditt haste zu jener Zeit nich verstanden………… bis jetzt.
Und ich stehe vom PC auf und schaue aus dem Fenster und begreife, dass das Feuer der LIEBE, das in Rumi ausgebrochen war und noch weiter geschürt werden sollte etwas vollkommen anderes als romantische Liebe ist.
Oh mein Gott, wie konnte ich nur dermaßen doooooof sein?!
Ich habe immer gedacht, die beiden Männer empfanden (menschliche) Liebe füreinander, und darum erboste es mich unglaublich, wie lieblos sich Schams gegenüber Rumi oftmals verhielt.
Und erst jetzt habe ich begriffen, dass sie beide von der gleichen Liebe erfasst wurden, die man überhaupt nur mit Feuer der Liebe als Wahrhaftigkeit verstehen kann.
Ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte und beides wechselte sich ab.
So oft habe ich gehört, dies und jenes sei keine Liebe, dies und jenes sei Liebe und was nicht alles über die Liebe gesagt wird, ich habe es immer mit zwischenmenschlicher oder objekthafter Liebe verwechselt, die ein Subjekt haben kann.

Und nun?

Diese wenigen Worte machten auf Mewlānā den lebhaftesten Eindruck, so dass er alsbald den Schems mit Fragen bestürmte und in steter Unterhaltung mit ihm einsame und öde Gegenden aufsuchte.

Naja, die vielen Fragen habe ich ja schon seit Jahrzehnten gestellt, jetzt ist für mich keine Frage mehr offen und ich brauche auch keine Antworten mehr. Jetzt ist vollkommen klar, dass alle Antwort aus dem Feuer selbst kommt und ich werde mich nun an selbiges setzen und das Buch nocheinmal lesen. Ich bin sicher, das wird ein vollkommen neues Erleben.

Wenn es hier also erstmal still bleibt, dann wisst ihr weshalb….und vielleicht lest ihr das Buch auch einmal und wir bestürmen uns dann in steter Unterhaltung nicht in einsamen und öden Gegenden, sondern in der inneren Frische unseres Sosein, ganz und gar in Stille 😉

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Erleuchtung ist keine Virusinfektion ;)

Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten:
Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.
Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den schönen und bösen Stunden hängen
und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt,
an dem sie aus Gott herausströmen.
Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend.
In allem will Gott Begegnung feiern
und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.
Die Kunst und der Auftrag ist nur dieser, aus diesen Einsichten und Gnaden
dauerndes Bewusstsein und dauernde Haltung zu machen
und werden zu lassen.
Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir immer gesucht haben.

entdeckt bei Nitya:
https://satyamnitya.wordpress.com/2019/03/31/omar-khajjam-ein-sultan-moechte-wohl-an-meiner-stelle-sein/

Und dann zu Martys Frage:

Mich würde interessieren, was heute in deinem Leben anders wäre, wenn einer dieser Meister dich tatsächlich erleuchtet hätte.
Wie würdest du dann leben?

Schöööön gelacht lieber Marty, danke für den Sonntagswitz! Wenn ich dich nicht besser kennen würde, dann dächte ich, es wäre eine Fangfrage, schmunzel
Über meine ehemaligen Vorstellungen, was wäre wenn ich einen Zustand dauerhafter Erleuchtung erlangt hätte, möchte ich nicht mehr schreiben, zwischen Lachen und Heulen kann man dies ja eben auf dem Verleuchtungswahnmarktplatz überall gut sehen, da rennen sie rum und preisen sich als erleuchtet an und erklären, dass sie wüssten, wie sie dazu kamen und was man machen muss um ebendies DAUERHAFT zu erlangen. Wenn ich mir diese ganzen Scharlatane ansehe, dann bin ich heilfroh, dass mir das erspart blieb.
Wenn ich aber auf dich lieber Marty ernsthaft eingehe mit dieser Frage, dann müsste ich sie umformulieren, damit es eine Antwort geben kann.
Die Frage müsste dann heißen, als was erlebst du dich jetzt, da dich die Meister nicht erleuchtet haben und wo ist das Problem dabei. (Ich hoffe, das ist was du meinst?)

Dann kann ich antworten, ich erlebe mich immer wieder als unbefreiten Geist, gefangen in der Materie, in einem teilweise grauenvoll schmerzenden Körper und manchmal erlebe ich mich vollkommen verbunden mit allem als eins und manchmal erlebe ich mich gar nicht und das wird mir dann erst hinterher bewusst.
Bei mir ist es noch immer so, dass ich mir das Leben zu erklären versuche, dass ich verstehen möchte, was geschieht, wie und weshalb es geschieht. Ich bin mit dem Leiden der Wesen identifiziert, ich möchte einerseits frei davon sein und andererseits habe ich Sorge, dass ich dann das Verständnis für das Leiden der sogenannten Unbefreiten verlieren würde. Aber das sind absurde Vorstellungen, die zu nichts führen, denn gerade habe ich mit meiner Familie ein sagenhaft schönes Wochenende erlebt, trotz Sterben und Leiden, der Geschmack von Schokoladentorte und Kaffee summt noch auf meiner Zunge.
Um mich herum ist Chaos in meiner kleinen Wohnung, denn drei Kinder haben sich hier ausgetobt und fünf Erwachsene haben ihr benutztes Geschirr bei mir hinterlassen, aber auch ihre Stimmen, ihre Gedanken, ihre Gefühle und schöne Stunden mit mir geteilt.
Ich habe mich eingerichtet in dem SoSein des Lebens, ganz ohne vollständige Erleuchtung, was auch immer das sei, und ohne weitere Befreiungssuche. Ganz leise tickt eine Uhr in meinem Kopf, die mich daran erinnert, dass dies alles ein Ende haben wird, verstehbar oder nicht, enden wird es doch und genau dieses Ticken, das eines Tages plötzlich in meiner rechten Kopfseite über dem rechten Ohr auftauchte und seitdem geblieben ist, Tag und Nacht macht es tick……tick………tick………tick………tick………tick, genau dies also erinnert mich an die Zwischenräume, da wo es nicht tickt, wo es manchmal leuchtet, als Sonnenstrahl zwischen den nasskalten Dächern hindurch oder als geruhsamer Gang eines Fischreihers………….
……. Und ich will einfach nichts anderes mehr als das alles wahrzunehmen, am liebsten als geruhsamer Friede, aber wenn dieser Friede als Aufregung und Furiendasein erscheint ist es auch nur was es ist.
Was ich jedoch inständig hoffe, und das zielt dann doch auf deine Frage ab ist, dass dieses Dasein als vermeintliches Subjekt, gefangen in einem Objekt wirklich, wirklich und für immer aufhört, dass es wirklich und wirklich und wirklich, ich weiß nicht wie oft man das sagen muss, damit der verantwortliche Schöpfer, der einen ins menschliche Daseins schickt, das auch wirklich, wirklich hört, also ich für meinen Teil bin im Grunde vollständig  gesättigt von dem Dasein als Mensch und hoffe inständig, dass es keine Reinkarnation gibt. Ich möchte dies alles eines Tages oder heute Nacht, wer weiß das schon, hinter mir lassen und mit dem vorletzten Atemzug sagen: Es war eine interessante Erfahrung Mensch zu sein, und mit dem letzten Atemzug: DANKE, DANKE, DANKE, dass es vorbei ist!

Und weil ich zu wenig Zeit hatte heute zum Schreiben hab ich noch zwei kleine Videos zum Thema, die ich jetzt schon wieder völlig überflüssig finde, denn ich sah auf Facebook, dass fredoo sich des Themas angenommen hat und kaum einer  kann das besser ausdrücken als er, finde ich derzeit.
Wenngleich der Beitrag von Nitya heute auch sensationell zum Thema ist, kaum zu glauben, wie das alles immer gleichzeitig auftaucht, wunderbar.

Also hier noch die Videos von mir und erstmal wieder gute Nacht und liebe Grüße auch an alle anderen, mit herzlichem Dank für eure Kommentare ❤

 

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Des Kaisers neue Kleider und andere Märchen

Ach ich arme Jungfer zart, ach hätte ich doch  genommen den König Drosselbart!

Das habe ich mir oft gedacht, wenn ich mal wieder am Ende einer Phase des Vertrauens und der Hingabe zu einer spirituellen Idee oder einem Meister angekommen war. Meistens spielte sich das so ab, dass ich den ganzen Anweisungen gefolgt war, viel konsequenter und rabiater mir gegenüber als ich das von anderen hörte, fast schon masochistisch habe ich geübt und gemacht und getan, was eben so behauptet wurde, was zu tun sei, um erleuchtet zu werden. Ich kenne übrigens bei all den Suchern, all den Erwachten und all denen, die über solche Prozesse berichten kaum einen, der wie ich sagt, ich suchte Erleuchtung und habe sie nicht gefunden, jetzt bin ich ausgelaugt, desillusioniert, resigniert und froh einfach wieder im Leben zu sein, so wie es sich für einen normal Sterblichen eben zeigt. Auf dem spirituellen Marktplatz, auf dem sich auch das Fußvolk tummelt gibt es in der Mehrzahl entweder die – ich habe es geschafft und bin nun erleuchtet Behaupter, oder die  – immerhin bin ich erwacht und das muss sich nun vertiefen Sager  – oder die, die angeblich sowieso nie nach Erleuchtung suchten und weiß der Geier warum in dieser Szene gelandet sind.
Also ich sags noch mal ganz klar – ich dachte, dies hier sei meine letzte Inkarnation und ich werde endlich erleuchtet, um das Rad der Wiedergeburten endgültig verlassen zu können! Für einen schnöden Selbstmord fehlte mir der Mut, wenngleich ich ein paar Ideen verfolgte wie das anzustellen sei aber auch das ist – momentan, lach – vorüber. Und weil ich oft dachte, ein anderer Kaiser hätte die wahren neuen Kleider bin ich dann eben zur nächsten Idee, zum nächsten Konzept, zum nächsten Scharlatan weiter gezogen. Habe wieder bezahlt und geübt, Fragen gestellt und vermeintlich erleuchtete Halbantworten bekommen, die aber bei näherer Betrachtung nicht mal dem standhielten, was der Behaupter dieser Weisheiten selbst lebte. Naja, Wasser predigen und Wein saufen, ist ja nicht ungewöhnlich. Und all die Konzepte glichen auch nur den Märchen, die ich aus meiner Kindheit kannte. Der Eine verspricht, wenn du ihm dein Geld gibst, das Tischlein deck dich, der andere spielt Knüppel aus dem Sack, wieder andere erzählen dir vom Hans im Glück wobei sie selbst den Donald Fauntleroy Duck Typ verkörpern. Und das ist natürlich schlau, weil das Glauben und Vertrauen im Menschen angelegt ist, das muss nicht gelernt werden, es ist eine wunderbare Fähigkeit, die seit Menschen gedenken eben auch missbraucht wird und an diesen Missbrauch, der schon von den Eltern und dann von der Schule und immer so weiter ausgeübt wird ist man so gewöhnt, dass es sich vollkommen natürlich anfühlt, wenn dir einer sein Märchen erzählt.
Der letzte bei dem ich Erleuchtung suchte war Shai Tubali, er erklärte mir wieviele Termine ich bei ihm buchen muss, damit das klappt und dass er meine Kundalini in die richtigen Bahnen lenken kann damit das mit der Erleuchtung dann auch seine Richtigkeit hat, er wollte mir übrigens in der Tradition seiner Meister die Erleuchtung mit dem Atem übertragen. Aber irgendwas in mir tickt seit einer Weile anders, ich kann das heilige Getue nicht mehr ertragen, ich muss andauernd lachen und so sah ich, dass ich Land gewinne und mich aus dem Staub mache, der gestiefelte Kater legt mir jedenfalls keine Rebhühner mehr vor die Füße 😉
Aber ich will nicht ungerecht sein, es gibt jede Menge tip top Phänomene, die man erleben kann. Da wird Stroh zu Gold gesponnen, vor aller Augen enträtselt sich das Geheimnis des Schatzes im Silbersee, und man kommt rum, an Orte wohin man sonst nie reisen würde, Hauptsache sie sind weit weg und schön dreckig, verstaubt und vor allem laut, weil das Land in welchem gebratene Tauben einem in dem Mund fliegen oder der süße Brei für immer fließt natürlich unspirituell ist, fährt man dann in die ärmsten Regionen der Welt und setzt sich Entbehrungen aus, die man zu Hause einfach nicht ertragen würde. Im Eigenheim da möchte man den Nachbarn schon eintüten, wenn der am Sonntag den Rasenmäher anstellt aber in Indien, ja mein Gott in Indien, da möchte man selbst die Rikscha ziehen und rennen was das Zeug hält, aber wehe zu Hause fährt einem mal der Bus weg oder das Auto muss um die Ecke geparkt werden, so ein weiter Weg bis zur Haustür, aber in der Wüste, ja in der Wüste da wandert man tagelang im Staub herum und befreit seinen Geist und Geldbeutel. Zu Hause da lässt man sich gegen Grippe impfen aber im Heiligen Land, da kann einem ja nichts passieren, es sind immer die anderen, die weggebombt werden oder an Cholera eingehen, man selbst  ist lichtnahrungsmäßig geschützt oder von Außerirdischen behütet, die die Erde in ihrer Schwingung anheben und ich  bin auserwählt dabei, bei den Erhöhten, aber das darf ich nicht sagen, weil ja schon Jesus sagte, wer sich selbst erhöht……, obwohl, was kann ich schon dafür, dass andere nicht so heilig leben wollen, wie ich mich abstresse ein besserer Mensch zu sein?…..

Haltet ihr das für übertrieben, was ich hier schreibe? Tja, da muss ich euch enttäuschen, ich habe genauso, wie beschrieben gelebt und außerdem Buchhaltung für spirituell wirkende Meister und Meisterinnen gemacht, weil ich immer so knapp mit dem Geld war, ich hatte ja ne Familie durchzubringen und einen neapolitanischen Lebe – ähh Ehemann zu befriedigen ;), da habe ich bei den spirituellen Angeboten, von denen ich glaubte, dass sie mich erlösen könnten eben angeboten kostenfrei Buchhaltung zu machen. Die Meisten haben dieses Angebot angenommen, weil sie sehr viel zu vertuschen hatten. Einnahmequellen und Luxuswünsche, von denen ich nicht mal geträumt habe und ich war diejenige, die das gescheffelte Geld an der Steuer vorbeibringen sollte. Ja, es hat mir geholfen zu verstehen, dass das alles nur Menschen sind mit üblichen Begierden, wie einfach jeder Schütze Arsch das auch hat, aber schön war es nicht, es hat mich sagenhaft enttäuscht und teilweise schockiert. Und dann auch noch das Ambiente in welchem so mancher Heilige wohnte, alter Schwede, so eine Miete habe ich fürs ganze Jahr nicht bezahlt, was die in einem Monat ausgeben konnten. Und das ist auch alles vollkommen in Ordnung für mich gewesen bis ich eben feststellte, wie sie betrügen und lügen und Wunschlosigkeit predigen, währenddessen sie selbst in überhöhten Wünschen und Vorstellungen lebten, die nicht mal ich und ich war zu einigen Buchhaltungstricks bereit, die ich in einem renommierten Steuerbüro gelernt hatte, eben zur Zufriedenheit der Gier Hälse erfüllen konnte.
Schwarzgeld erwirtschaften im Lichtwerdungsprozess, das war ne harte Nummer für mich, kannste glauben!
Ich hab das alles runtergeschluckt und verdrängt aber als ich nun die Nummer mit dem Sozialticket für den Erleuchtungskongress erfuhr, da ist mir der Kragen geplatzt, wie ihr ja gesehen habt. Die spinnen doch, die Römer, dachte ich sofort und dann fiel mir ein, wieviele Römer ich schon kennengelernt hatte. Der Zaubertrunk ist einfach noch nicht erfunden worden, auch wenn uns das Asterix und Obelix anders verkaufen aber was können die schon dafür, die sind  ja nur Comicfiguren.